Nach der Schweiz, Ostfrankreich und Süddeutschland hat das Shamonda-Virus nun andere Regionen erreicht, unter anderem Sachsen und Thüringen.

  • Ausbreitung des Shamonda-Virus
  • Aktueller wissenschaftlicher Stand und Symptome
  • Das sollten Landwirte beachten
  • Link zu einem Webinar des sächsischen Gesundheitsministeriums

Ein in Mitteleuropa bis in jüngster Vergangenheit nicht vorkommendes Virus breitet sich aus: das Shamonda-Virus. Es greift Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde und Alpakas an. In den ostdeutschen Bundesländern sind bislang vor allem Sachsen und Thüringen betroffen. In Thüringen stellte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) eine zweite, genetisch unterschiedliche Variante fest. Diese als SHAV-EU2 bezeichnete Art wurde außerdem in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen gefunden und deutet auf ein zweites, unabhängiges Ausbreitungsereignis hin. 

Mit SHAV-EU1 und SHAV-EU2 zirkulieren derzeit zwei genetisch unterschiedliche Varianten. Da sie sich in allen drei Genomsegmenten unterscheiden, geht das FLI von zwei unabhängigen Einschleppungen aus. Ob eine Variante gefährlicher ist oder andere Krankheitsverläufe verursacht, lässt sich bislang nicht sagen. SHAV-EU2 wurde bisher ausschließlich bei Rindern nachgewiesen.

Shamonda-Virus noch weitgehend unerforscht

Laut sächsischem Gesundheitsministerium handelt es sich beim Shamonda-Virus um einen neuartigen Erreger aus der Gattung der Orthobunyaviren. Symptome sind bei Milchkühen ein deutlicher Milchrückgang und Fieber. In vielen Beständen kommen auch Durchfall oder Atembeschwerden dazu. Das Virus wird durch blutsaugende Stechmücken übertragen. Es breitet sich rasch in und zwischen Beständen aus, so dass immer mehrere Tiere einer Herde betroffen sind. Die Wetterbedingungen im August (milde Temperaturen, hohe Luftfeuchtigkeit) begünstigen eine schnelle Ausbreitung.

Inwieweit durch das Virus längerfristige Schäden entstehen, ist laut Ministerium noch nicht abzusehen. Die Ähnlichkeit zu anderen Viren (unter anderem Schmallenberg-Virus) lässt vermuten, dass Missbildungen und Fehlgeburten bei einer Infektion während der Trächtigkeit folgen könnten. Das akute Krankheitsgeschehen betrifft bisher ausschließlich Rinder. Die Symptome lassen sich tierärztlich gut behandeln. Die Tiere genesen nach zwei bis drei Wochen. Eine Impfung existiert bisher nicht. Zuerst wurde das Virus in der Schweiz, in Ostfrankreich und in Süddeutschland nachgewiesen.

Das sollten Landwirte beachten

  • Achten Sie auf Krankheitssymptome und lassen Sie diese durch den Tierarzt diagnostisch abklären.
  • Erhöhen Sie den Schutz vor Stechinsekten, zum Beispiel durch Insektizide und Schutznetze.
  • Setzen Sie betriebsinterne Hygienemaßnahmen konsequent um.

Ein Webinar des sächsischen Gesundheitsministeriums zum Thema kann auf YouTube abgerufen werden. In dem Video spricht unter anderem eine Expertin des Schweizer Rindergesundheitsdienstes über Erfahrungen in der Schweiz.

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Foto: Standl (Symbolbild)

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